Tatort: Außer Gefecht (BR)
http://sopran.twoday.net/stories/1929671/
Ich hab nix notiert diesmal, keine Zeit, Tini war da, sie verkaufte mir ein Kleid, Fehlkauf für sie, Volltreffer für mich, wir hatten uns lange nicht gesehen und nutzten die Hänger zwischendurch zum persönlichen Update.
Heute München, zeichnen sich oft aus durch eine schöne Sammlung von nunja randständigen Personen, Schriftstellerinnen, versoffene Viktualienmarktdynastien, Käuze, seltsame Gemeinschaftsriten. Geht manchmal schief, aber jedenfalls hat es den Anspruch, unterhaltsam zu sein.
Heute eher Kunstscheiß, Tinis Freund würde nach zehn Minuten das erste Mal seufzen und sagen "Grimmepreis". Heißt: Wenige Personen, formale Masche, persönliche Betroffenheit. BETROFFEN BETROFFEN BETROFFEN - Hasswort meiner Achtziger.
Der Drehbuchautor ist also ambitioniert, er hat einen Echtzeit-Thriller geschrieben, es thrillert nur nicht so richtig. Nächstes Mal bitte wieder einen schlichten Hudannit-Krimi. Und bitte, bitte, nicht immer diese Masche: persönlich betroffener Kommissar bekommt Extrapackung (siehe der Väteraufbruch-Mist von neulich). Topaktuelle betroffen machende Sozialkritik ist schlimmer als Brecht-Lehrstücke. Ob all die Leute, die vor dem Tatort noch klar dafür waren, dass alte Leute allein, unterversorgt und wundgelegen in quasi personalfreien Altenheimen verrecken, nach der Sendung plötzlich dagegen sind?
Aufzug geht natürlich immer, Aufzug ist für Triller was Kinder und Hunde für die Lokalzeitung. Der Kellnerkram oben im Turmrestaurant ist in Ordnung, könnte hübsch sein, wenn die Kommissare nicht da schon so melodramatisches Zeug quatschten. "...gehen wir in Zukunft getrennte Wege" - meiomei. Überhaupt, diese Liebesszenen, am Ende fehlt nur der Zungenkuss zwischen Ivo und Udo.
Hänger jede Menge, der Mörder ist der Kommissar aus Frankfurt, das ist nach fünf Minuten klar. Ist doch peinlich, schließlich ist der am Ende tot, was macht jetzt die rothaarige Durchgeknallte im Frankfurttatort? Aber tolle Brille, und ohne hochgekrempelte Ärmel ist Jörg Schüttauf wirklich kaum zu erkennen, ich habe bis zum Schluss noch nach der Ähnlichkeit gesucht.
Dass der Kommissat überlebt und der Mörder am Ende tot ist, kann man sich auch sofort denken, Järg Schüttauf hat ja noch eine Spritze übrig, nur: Warum müssen wir uns das dann bis zum Ende anschauen? Nach fünf Minuten kennen wir die Freundin im Altersheim, die Helferin in der Aufzugzentrale, und wir wissen auch schon, dass die junge Frau Polizeimeisterin eine totale Niete ist, sonst hätte sie gesehen, wie er die Schachtel in den Müll steckt. Aber gut, bei "Titanic" wusste auch jeder, wie es ausgeht, trotzdem sind alle ins Kino gerannt.
Außer mir, also darf ich auch über den Tatort nölen.
Es wurde eindeutig zu wenig geschossen.
Ich hab nix notiert diesmal, keine Zeit, Tini war da, sie verkaufte mir ein Kleid, Fehlkauf für sie, Volltreffer für mich, wir hatten uns lange nicht gesehen und nutzten die Hänger zwischendurch zum persönlichen Update.
Heute München, zeichnen sich oft aus durch eine schöne Sammlung von nunja randständigen Personen, Schriftstellerinnen, versoffene Viktualienmarktdynastien, Käuze, seltsame Gemeinschaftsriten. Geht manchmal schief, aber jedenfalls hat es den Anspruch, unterhaltsam zu sein.
Heute eher Kunstscheiß, Tinis Freund würde nach zehn Minuten das erste Mal seufzen und sagen "Grimmepreis". Heißt: Wenige Personen, formale Masche, persönliche Betroffenheit. BETROFFEN BETROFFEN BETROFFEN - Hasswort meiner Achtziger.
Der Drehbuchautor ist also ambitioniert, er hat einen Echtzeit-Thriller geschrieben, es thrillert nur nicht so richtig. Nächstes Mal bitte wieder einen schlichten Hudannit-Krimi. Und bitte, bitte, nicht immer diese Masche: persönlich betroffener Kommissar bekommt Extrapackung (siehe der Väteraufbruch-Mist von neulich). Topaktuelle betroffen machende Sozialkritik ist schlimmer als Brecht-Lehrstücke. Ob all die Leute, die vor dem Tatort noch klar dafür waren, dass alte Leute allein, unterversorgt und wundgelegen in quasi personalfreien Altenheimen verrecken, nach der Sendung plötzlich dagegen sind?
Aufzug geht natürlich immer, Aufzug ist für Triller was Kinder und Hunde für die Lokalzeitung. Der Kellnerkram oben im Turmrestaurant ist in Ordnung, könnte hübsch sein, wenn die Kommissare nicht da schon so melodramatisches Zeug quatschten. "...gehen wir in Zukunft getrennte Wege" - meiomei. Überhaupt, diese Liebesszenen, am Ende fehlt nur der Zungenkuss zwischen Ivo und Udo.
Hänger jede Menge, der Mörder ist der Kommissar aus Frankfurt, das ist nach fünf Minuten klar. Ist doch peinlich, schließlich ist der am Ende tot, was macht jetzt die rothaarige Durchgeknallte im Frankfurttatort? Aber tolle Brille, und ohne hochgekrempelte Ärmel ist Jörg Schüttauf wirklich kaum zu erkennen, ich habe bis zum Schluss noch nach der Ähnlichkeit gesucht.
Dass der Kommissat überlebt und der Mörder am Ende tot ist, kann man sich auch sofort denken, Järg Schüttauf hat ja noch eine Spritze übrig, nur: Warum müssen wir uns das dann bis zum Ende anschauen? Nach fünf Minuten kennen wir die Freundin im Altersheim, die Helferin in der Aufzugzentrale, und wir wissen auch schon, dass die junge Frau Polizeimeisterin eine totale Niete ist, sonst hätte sie gesehen, wie er die Schachtel in den Müll steckt. Aber gut, bei "Titanic" wusste auch jeder, wie es ausgeht, trotzdem sind alle ins Kino gerannt.
Außer mir, also darf ich auch über den Tatort nölen.
Es wurde eindeutig zu wenig geschossen.
sopran - 7. Mai, 22:23